Auf dem Weg zur LehrstelleChancen geben, Potenziale erkennen
Der Übergang von der Schule in die Be-rufswelt ist ein entscheidender Schritt – ge-prägt von Hoffnungen, Hürden und kleinen Erfolgen. Drei Perspektiven zeigen, was Jugendlichen den Einstieg erleichtert – und wo es Unterstützung braucht.
«Ich wollte nie aufgeben» – Eine Lernende erzählt
Schon früh wusste eine junge Frau aus Zürich, dass sie im medizinischen Bereich arbeiten möchte. Besonders der Beruf der Medizinischen Praxisassistentin faszinierte sie. Der Weg dorthin war jedoch steinig: Viele Praxen verlangten Bewerbun-gen von Jugendlichen aus der Sekundarstufe A – sie selbst war in der Sek B.
«Am schwierigsten war es, überhaupt eine Chance zu be-kommen», sagt sie. Unterstützung fand sie in der Schule undbei Freundinnen. «Sie halfen mir, dranzubleiben – auch nach Absagen.»
Heute ist sie im zweiten Lehrjahr: «Ich bin froh, dass ich nie aufgegeben habe.» Ihr Rat an andere Jugendliche: verschie-dene Berufe ausprobieren, Schnupperlehren absolvieren und jede Erfahrung ernst nehmen.
Worauf Betriebe wirklich achten
Auch für Ausbildungsbetriebe zählen nicht nur die Noten. Eine Berufsbildungsverantwortliche eines Zürcher Gesundheitszen-trums betont, dass Sozialkompetenzen und Sprachfähigkeit genauso wichtig sind.
«In der Pflege sind Pünktlichkeit, Respekt und Zuverlässigkeitunverzichtbar», erklärt sie. Im Bewerbungsprozess hapert es oft wegen unvollständigen Unterlagen oder fehlenden Rück-meldungen. «Das zeigt mangelnde Verbindlichkeit – und die istmit diesem Beruf nicht vereinbar.»
Besondere Herausforderungen sieht sie bei Jugendlichenmit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Familien.Manche Eltern können ihre Kinder kaum unterstützen.» Dahelfen auch KI-Tools nicht, «die zwar Sprachdefizite bei Be-werbungen verschleiern, aber im Berufsalltag sind klare Kom-munikation und gute Deutschkenntnisse entscheidend.»Dennoch bleibt sie optimistisch: «Jugendliche mit schwieri-gerem Start bringen oft beeindruckende Motivation mit – undbereichern Teams durch neue Perspektiven.»
Die Schule als Brücke zur Berufswelt
Eine Sekundarlehrperson aus Zürich bestätigt diese Heraus-forderungen: «Unsere Aufgabe ist es, Jugendliche nicht nur fachlich, sondern auch sozial auf den Berufseinstieg vorzube-reiten», sagt sie.
Im Unterricht wird deshalb Wert auf Pünktlichkeit, Zuverlässig-keit und Eigenverantwortung gelegt. Die Schule versucht daszu fördern mit Bewerbungstrainings, simulierten Vorstellungs-gesprächen und persönlicher Begleitung bei der Berufswahl.«Es geht darum, Perspektiven zu schaffen und Mut zu ma-chen», betont die Lehrperson. Wertvoll sei die enge Zusam-menarbeit mit Betrieben. Durch Schnupperlehren könnten Jugendliche zeigen, was in ihnen steckt – und Betriebe hättendie Chance, Potenziale zu erkennen.
Fazit: Gemeinsam stark machen für den Berufseinstieg
Ob in der Schule, im Betrieb oder bei der Lehrstellensuche –entscheidend ist das Zusammenspiel aller Beteiligten. Wenn Jugendliche ernst genommen und unterstützt werden, können sie über sich hinauswachsen. Genau hier kann glattwägs ansetzen und Unterstützung bieten, damit Verantwortungsbe-wusstsein und Selbstvertrauen gestärkt werden.
Denn letztlich zählt nicht nur, wer die besten Noten hat, son-dern wer Verantwortung übernimmt, dranbleibt und offen ist,Neues zu lernen. Wer das früh verinnerlicht, findet nicht nur eine Lehrstelle – sondern auch seinen Platz im Berufsleben.
Pierre Macher